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Der Maler Christian Phillip Koester |
13.2.1784 |
Christian Phillip Koester wird in Friedelsheim geboren. Vater: Phillip Christian
Wilhelm Koester ( 1744 - 1806), Ehegerichtsrat, Notar und Weingutsbesitzer in
Friedelsheim. Mutter: Maria Charlotte geb. Wernborner (1750 - 1834) |
1794 bis 1799 |
Französische Revolutionstruppen dringen in die Pfalz ein. Auch Friedelsheim wird
von den kriegerischen Ereignissen heimgesucht. Die Familie Koester flieht mehrmals
nach Mannheim und Heidelberg. Vermutlich besucht Christian Koester ein Gymnasium
in Mannheim oder Heidelberg. Am 28.11.1789 wird er an der Universität Heidelberg
als "Cameralist" (Student der Staatswissenschaften) immatrikuliert.
Dort lernt er "Johann Jacob Strüdt" kennen, der ihn in der Landschaftsmalerei
anleitet |
1800 bis 1805 |
Christian Koester hält sich in Heidelberg, München (Studien an Bildern Claude
Lorrains), Mannheim (Naturstudien) und vermutlich auch in der Schweiz auf und
bildet sich dabei autodidaktisch weiter. Ein Studium an der Kunstakademie in München
oder der Mannheimer Zeichnungsakademie lässt sich nicht nachweisen. |
1806 |
Christian Koester hört an der Uni Vorlesungen von Dr. Philipp Kayser über "Oedipus
des Sophokles" |
1807 |
Reise nach Italien, Christian Koester feiert den Jahreswechsel 07/08 in
Rom! |
1809 bis 1813 |
Christian Koester hat seinen Wohnsitz wieder in Friedelsheim, über einen Abschluss
seines Studiums der "Cameral-Wissenschaften" wird nichts bekannt. Als
Sohn wohlhabender Eltern hat er offenbar keine Probleme! Er malt, besucht Verwandte,
lernt in Heidelberg die Brüder Sulpiz und Melchior Boisserée kennen und macht
ihnen Vorschläge für die Restaurierung ihres Bildes "Die Heilige Veronika
mit dem Schweißtuch", ein Gemälde des 14. Jh. Im Herbst 1813 übernimmt
er die in Heidelberg vakant gewordene Stelle ihres Restaurators. Vermutlich aus
diesem Grund zieht er mit seiner Mutter und Schwester von Friedelsheim nach Heidelberg.
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1814 bis 1819 |
Christian Koester restauriert in Heidelberg Gemälde alter Meister der großen und
wertvollen Sammlung der Brüder Boiserée bis zu deren Umzug nach Stuttgart im März
1819. 1815 lernt er in Heidelberg Johann Wolfgang v. Goethe kennen, der sich
für die Sammlung der Brüder Boisserée sehr interessiert und die Restauration Christian
Koesters lobt. 1817 wird er Mitglied des berühmt gewordenen "Singvereins"
von Professor Thibaut in Heidelberg. Er gilt als eifriger und shr guter Klavierspieler.
Den Jahreswechsel verbringt er mit seinem Freund und späterem Schwager Johann
Jacob Schlesinger in Heidelberg. |
1821 | Im
September reisen Christian Koester und Johann Schlesinger nach Dresden, wo Schlesinger
Raphaels Sixtinische Madonna für den Speyerer Dom kopiert. |
1822 |
Im März lehnt Christian Koester ein Angebot Melchior Boiserées ab, Bilder in Stuttgart
zu restaurieren. |
1823 bis 1824 |
In Karlsruhe beteiligt er sich zum ersten Mal an einer Kunstausstellung, u. a.
mit dem anschließend mehrfach diskutierten Gemälde "Der Kirchhof von Friedelsheim".
Dieses Bild wird von der Ausstellungsleitung gekauft und verlost. Seitdem ist
es leider verschollen. Im Winter 1823/24 korrespondiert Christian Koester
mit Eduard Mörike über dessen in Heidelberg aufgefundene "Peregrina"
Maria Meyer, und deren "Unarten" in Heidelberg. Im März 1824 folgt er
seinem Freund Schlesinger nach Berlin und erhält eine staatliche Anstellung als
Restaurator für die Königliche Gemäldegalerie. Er restauriert Gemälde der 1821
vom preußischen Staat angekauften Sammlung Solly, größtenteils Gemälde des 14.
und 15. Jahrhunderts. Ab 1827 berichtet Christian Koester in 3 Heften
"Über die Restauration alter Ölgemälde". Diese Veröffentlichungen finden
in Fachkreisen hohe Anerkennung. Obwohl die Leitung der Königlichen Gemäldegalerie
in Berlin ihn |
1830 | wegen
seines Könnens und seines Einfühlvermögens in die Kunst alter Meister sehr schätzt
und weiterbeschäftigen möchte, ihm auch eine lebenslange Anstellung als Restaurator
anbietet, kehrt er Ende 1830 nach Heidelberg zurück, wohl aus Liebe zu seiner
Mutter, die er bis zu ihrem Tode (1834) betreut. |
1833 | Christian
Koester veröffentlicht das erste seiner Hefte mit dem Titel "Zerstreute Gedankenblätter
über Kunst", dem bis 1848 fünf weitere folgen. |
1839 |
Christian Koester wohnt spätestens seit 1839 und von da an bis zu seinem Tod in
der heutigen "Neckarstaße 30", am Jubiläumsplatz in Heidelberg. Mit
Gustav Parthag unternimmt er eine Kunstreise in die Niederlande. |
1840 |
Reisen nach München, Regensburg, Nürnberg und Würzburg. |
1848 |
Reise nach Trier. Im Dezember dieses Jahres lernt er in Heidelberg Gottfried
Keller kennen, der ihm sein Skizzenbuch zeigt und ihn bittet, seine Arbeiten zu
beurteilen. |
1849 bis 1851 |
Christian Koester ist weiterhin mit den Brüdern Boiserée eng befreundet. Er besucht
die Familie von Sulpiz Boiserrée in Bonn und besichtigt mit Sulpiz den Dom und
die Wallraf-Sammlung in Köln. Am 29.11.1851 stirbt Christian Koester am "Schlagfluss"
und wird am folgenden Tag auf dem Bergfriedhof in Heidelberg beerdigt. |