| Eintauchen
in die lange Geschichte unseres Ortes
Die Geschichte unseres
Ortes geht zurück bis ins 1. Jahrhundert n. Chr. Bereits zu
diesem Zeitpunkt siedelten Römer in Friedelsheim. In späteren
Jahrhunderten entstand hier ein Schloss, welches mehrfach zerstört,
wieder aufgebaut und erweitert wurde. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts
stand das Friedelsheimer Schloss unter Pfalzgraf Johann Casimir
im Mittelpunkt des europäischen politischen Geschehens. Leider sind aus diesen
historischen Zeiten nur noch Fragmente erhalten. Es lohnt sich jedoch,
diese auf dem gut beschilderten Rundweg zu erforschen! Ein ausführlicher
Prospekt ist über die Tourist Information in Wachenheim oder
beim Weincontor Schloss Friedelsheim zu beziehen und kann auch hier heruntergeladen werden.
Johann-Casimir-Rundweg
Der Johann-Casimir-Rundweg wurde als Projekt der lokalen Agenda 21 2002 von Friedelsheimer Bürgern angelegt.
Folgen Sie dem Rundweg immer nach der Nummernfolge und den Pfeilrichtungen links, rechts oder geradeaus.
Ein Video zum Johann-Casimir-Rundweg finden Sie hier.
1. Ausgangspunkt Weinprobierstand des OVV
Ortsverschönerungsverein, gegründet 1976, probieren Sie Weine der Friedelsheimer Weinbaubetriebe und des Weincontors,
geöffnet Juni-August Sa/So. ab 18.00 Uhr.
Folgen Sie dem Pfeil nach rechts zur kleinen Brücke am
2. Schwabenbach entlang zum Burggelände
Schwabenbach, der Name bedeutet vermutlich „kleiner Bach" (mittelhochdeutsch „swoob" = klein).
Die Sandsteinbrücke führte früher zum mittleren Eingang des Wiserschen Schlosses. Schloss und Burg waren ursprünglich von einem umlaufenden Wassergraben umgeben.
3. Burgturm und Mennonitenkirche
Zugang über einen leicht ansteigenden Weg, der über dem früheren Wassergraben zwischen Schloss -und Burgbereich aufgeschüttet wurde. Der Burgturm stammt aus dem 15. Jh. und wurde 1986 frei rekonstruiert. Am Zugang zum Innenhof steht das frühere Südportal des ehem. Wiserschen Schlosses, links davon die Mennonitenkirche, erbaut 1836-1838, im Westen das ehem. überdachte Kelterhaus der Grafen von Wiser.
Burgturmbesteigung mit Drei-Burgen-Blick (Limburg, Wachtenburg, Hambacher Schloss) möglich. Jetzt geradeaus weiter durch den Schlosstorbogen zur
4. Von Wieser-Straße
genannt nach den letzten Ortsherren von Friedelsheim.
Eine herausragende Persönlichkeit dieser Grafenfamilie war die calvinistische Dorothea Gräfin von Degenfeld-Schonburg, verheiratet mit dem katholischen Carl Joseph Graf von Wiser.
Dann nach rechts über die Vogelsberger Str., die Johann-Casimir-Str. und die Maximilianstr. zum Schlossgarten.
5. Rebsortenlehrpfad
Mit 21 weißen und 17 roten Rebsorten aus der Pfalz und anderen Teilen der Welt – von Sibirien bis Südfrankreich – eine einmalige Gelegenheit zur Kostprobe im Herbst.
Über die Bahnhofstr. weiter zur historischen Schmiede.
6. Museumsschmiede, Hofeinfahrt, Jagdschlösschen
Der Torbogen wurde von Hans C. Voelcker ursprünglich in der
Hauptstraße errichtet, später in der Bahnhofstraße wieder
aufgebaut, in der Mitte das Handwerkszeichen eines Wagners
(Rad), links im ehem. Lagerhaus der Raiffeisengenossenschaft
befindet sich die Museumsschmiede des OVV (Öffnungszeit:
jeden letzten Samstag im Monat, 10 – 13 Uhr), rechts das
Wohnhaus eines Bauernhofes, im Kern identisch mit dem 1576
für Johann Casimir errichteten Jagdschlösschen, im 18. Jh.
Gärtnerhaus, westlich daran das frühere Gewächshaus
(Orangerie) der Grafen von Wiser.
Weiter auf der Bahnhofstraße, nach 100 m links zur
7. Ehem. Synagoge
1851 bis 1854 von der jüdischen Gemeinde mit Hilfe von
Gönnheimer und Friedelsheimer Bürgern errichtet. Standort
über dem Schwabenbach, vermutlich für rituelle Waschungen.
Um 1850 lebten in Friedelsheim 64 Juden. 1922 wurde
die Synagoge verkauft und in ein Wohnhaus (privat) umgebaut.
8. Bachpädel
Früher konnte durch Pfade („Pädel") zwischen Schwabenbach
und Hauptstraße bei Unwettern das Regenwasser abfließen, um
Überschwemmungen vorzubeugen. Das Pädel führt an den
Wingertzeilen entlang an den Lagerräumen des Weincontors
vorbei, auf dessen Gelände sich das Geburtshaus des bekannten
Friedelsheimer Malers C. Philipp Koester (1784-1851) befindet.
Am Ende des Wingertsweges haben Sie nun die Möglichkeit,
nach links den größeren Rundweg über die Waltershöhe, zum
9. Baumlehrpfad,
10. Bouleplatz und
11. Spiel- und Sportgelände
vorbei an Feuerwehr und Schule zum Neubaugebiet Rosengarten
zu wählen oder direkt zur Nummer 12 nach rechts
über eine kleine Steinbrücke, durch das sog. Schmusepädel
zur Hauptstraße, dort nach links und nach ca. 30 m über das
Neubaugebiet Im Haag und Im Kaisergarten Richtung Kirche
zu gehen.
12. Historischer Kirchenwingert
Der Wingert gehört nachweisbar seit 1463 zur Kirchenpfründe.
Er ist mit Rieslingreben bepflanzt. An seinem Ende befindet
sich das ehemalige Wachhäusel, mit der Arrestzelle, gegenüber
war die ehem. Schule und das Bürgermeisteramt.
13. Protestantische Kirche ( seit der Reformation 1556)
Grundsteinlegung vermutlich 1074, älteste urkundliche
Erwähnung 1116. Der romanische Turm entstand im 11. Jh., der
gotische Chor im 14. Jh., das klassizistische Schiff 1826.
Das Wandbild eines Erbärmde-Christus entstand um 1350,
Glocken wurden 1450 gegossen (seit 2004 funkgesteuert).
In der Kirche befinden sich Grabsteine aus dem 16 Jh. und
die Grablege der Dorothea von Wiser. Aus neuerer Zeit
stammt der von Prof. G. Rumpf gestaltete Taufstein.
14. Bürgerbrunnen
Seit 2008 steht auf dem Platz zwischen den beiden Kirchen
ein Bürgerbrunnen, der von dem Künstlerpaar Barbara und
Gernot Rumpf mit ortsbezogenen Elwetritsche-Figuren
geschmückt ist.
15. Katholische Kirche
Bis 1793 fanden die katholischen Gottesdienste in der
Schlosskapelle statt. Nach deren Zerstörung wich man in
das provisorisch hergerichtete Gewächshaus aus. 1807 wurde
der Grundstein für die heutige Kirche gelegt, 1812 wurde sie
geweiht. Der Rokokohochaltar stammt vermutlich aus der
früheren Schlosskapelle.
Auf dem Verbindungsweg vom Bürgerbrunnen bis zum
Mennonitenhof sind über 372 Initialen von Friedelsheimer
Bürgern in Bronze eingelassen.
Dann auf der Hauptstraße, rechts nach etwa 20 Metern
16. Südlicher Torbogen und Mennonitenhof
Mennonitenhof, früher Münchhof (Mönchshof) von 1134 bis
1571 im Besitz des Klosters Limburg. Im Bauernkrieg 1525
verwüstet. Reste der Umfassungsmauern und Torbogen mit
kurpfälzischem Wappen vom Wiederaufbau 1585 durch
Pfalzgraf Johann Casimir. Ab 1665 verpachtete Kurfürst
Carl Ludwig das Hofgut an zugewanderte Mennoniten im
Erbbestand. 1803 konnten die Erbbeständer die gepachteten
Gebäude und Grundstücke kaufen. Der Hof war nach dem
Prinzip eines Klostergutes angelegt. Alle Gebäude waren nur
vom Innenhof zugänglich, an der Hauptstraße lagen die
Wohnungen, an der Burgstraße die Viehställe, im Osten die
Scheunen. Teile der Umfassungsmauern sind noch überall
sichtbar. Ein früher betriebenes „Waschhaus“ wurde in Eigeninitiative
von Friedelsheimer Bürgern wieder aufgebaut.
In einer Hofmauer in der Burgstraße, etwa in der Mitte, ist
ein kleines Portal aus der Zeit des Johann Casimir erhalten
geblieben, das früher zur Burgvogtei führte.
Seitlich befinden sich Halbsäulen mit korinthischen
Kapitellen, Sockel mit verwitterten Löwenköpfen, in den
Säulen sind mehrere Steinmetzzeichen zu erkennen.
Einen Auszug aus der Friedelsheimer Chronik finden Sie
auf der Hinweistafel auf dem Mennonitenhof.
An historischer Stelle steht ein neues Backhaus mit Steinofen,
erbaut 2004 (Backtag jeden letzten Samstag im Monat).
17. Schlossgelände
1462 wird das „Schloss Frydelsheim" urkundlich erwähnt.
Kurfürst Friedrich l. verkaufte es an das Kloster Limburg.
Von 1481 bis 1574 wechselte die Schlossherrschaft mehrmals zwischen den Grafen von Leiningen, den Herren
Horneck von Weinheim, den Herren von Hirschhorn und
dem Landsknechtsführer Sebastian Vogelsberger. 1575
übernahm der Pfalzgraf Johann Casimir das Schloss, baute
es aus und legte einen „Tier- u. Lustgarten" an. Im pfälzischfranzösischen
Erbfolgekrieg wurde es zerstört. 1700 - 1708
errichteten die Grafen von Wiser einen Neubau, der 1794
von französichen Revolutionstruppen niedergebrannt wurde.
Erhalten sind ein Teil des Burgturms, das nördliche und
südliche Tor, eine Sandsteinbrücke, das Portal zur Burgvogtei
und einige in Wohnhäuser eingebaute Ornamente.
Nun können Sie wieder auf dem Bachpfad oder auf der
Hauptstraße zurück zum Ausgangspunkt kommen. Die
Gesamtlänge beträgt ca. 3,9 km, mit Abkürzung ca. 2,8 km.
...... und zur Stärkung nach diesem Rundweg heißen
Sie die Friedelsheimer Gaststätten zu einem guten Essen
und zu erlesenen Pfälzer Weinen herzlich willkommen.
Herausgegeben von der Gemeinde Friedelsheim,
Bgm. W. Hafner.
Verfasser: Dr. P. Richter, K. Urban, Dr. N. Müller

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Sie waren fast vergessen, die Düfte der frisch gebackenen Brote mit ihrem unnachahmlichen würzigen Geschmack und der leckeren Kruste.
Auch heute noch muss das Mehl gemahlen, der Vorteig am Abend zuvor angesetzt und der Teig geknetet werden. Ganz gleich, welche Getreide- oder Mehlsorte verwendet, ob der Teig mit Hefe oder mit traditionellem Sauerteig angesetzt wird, ein im Steinbackofen gebackenes Bauernbrot hat einen ganz besonderen Geschmack und eine unnachahmliche knusprige Kruste. Das Brotbacken im Steinbackofen ermöglicht nicht nur die Herstellung würziger Brote und leckerer Kuchen, sondern fördert auch die Kommunikation mit Besuchern und Einheimischen.
Die fleißigen Bäckerinnen halten stets eine Tasse Kaffee mit selbstgebackenen Kuchen oder ein Glas Wein der örtlichen Winzer gegen ein geringes Entgelt bereit. Seien Sie unser Gast und lassen Sie sich ein Stück frisches Brot mit Butter oder Leberwurst und ein Glas Wein schmecken. Wir freuen uns auf Sie.
Besuchen Sie bei Ihrem Spaziergang auf dem Johann-Casimir-Rundweg auch den Rebsorten- und Baumlehrpfad sowie den Bürgerbrunnen vor den Kirchen. An den selben Tagen wie das Backhaus ist auch die historische Schmiede in der Bahnhofstraße für Besichtigungen und Vorführungen geöffnet.
Öffnungszeiten:
Jeden letzten Samstag im Monat von Januar bis November
jeweils von 10:00 bis 15:00 Uhr
Unser frisches Brot kann ab 12:00 Uhr gekostet werden
Am Pfingstmontag beim Weinfest am Burgweiher
Darüber hinaus können Sie und Ihre Freunde das Backhaus tagsüber auch außerhalb der festen Backtage für 10 - 12 Personen gegen Entgelt nutzen.
Für Gruppen bis 40 Personen bietet sich das frisch renovierte Waschhaus im Hof gegenüber an.
Auskunft und Anmeldung:
Förderverein Friedelsheimer Backhaus Ansprechpartner:
Frau Dorothea Pappon 06322-61492
Herr Karl Wimmreuther 06322-61442
oder
Tourist Information Wachenheim
Tel.: 06322-958032 |
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