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Cortenstahlskulptur Pfalzgraf Johann Casimir

Pfalzgraf Johann Casimir (1543 - 1592)
Schlossherr in Friedelsheim

Pfalzgraf Johann Casimir wurde 1543 in Simmern geboren. Wie sein Vater, Kurfürst Friedrich III, wurde Johann Casimir ein überzeugter Calvinist. 1570 heiratete er Elisabeth, die älteste Tochter des lutherischen Kurfürsten August von Sachsen, und residierte mit ihr in Kaiserslautern. Dort hatte er mit Hilfe seines wohlhabenden Schwiegervaters das alte Schloss renovieren lassen.
Als Zwischenstation auf seinen Reisen nach Heidelberg überließ ihm sein Vater das Friedelsheimer Schloss, das er, ebenfalls mit sächsischer Unterstützung, zu seiner zweiten Residenz ausbauen ließ. Mehrmals zog er mit Landsknechtsheeren nach Frankreich, um die Hugenotten in ihrem Kampf gegen Katholiken zu unterstützen.
Johann Casimir war sich bewusst, dass der Augsburger Religionsfrieden von 1555 tatsächlich nur ein Waffenstillstand war und sich die deutschen Bischöfe mit ihren Verlusten während der Reformation nicht abfinden würden. Er versuchte daher immer wieder, ein Bündnis der deutschen Protestanten zu erreichen.
Im Vatikan galt er als einer der schlimmsten Ketzer. Für die Lutheraner war er ein Störenfried, der den Augsburger Frieden in Gefahr brachte. Hugenotten und Calvinisten verehrten ihn dagegen als ihren Held und Beschützer.
Nach dem Tod seines Vaters 1576 und seines Bruders Ludwig VI. 1583 wurde Johann Casimir Vormund des unmündigen Friedrich IV. und Administrator der Kurpfalz. Seine Ehe verlief zunächst sehr harmonisch, litt aber unter dem Einfluss seiner intoleranten lutherischen Schwiegermutter und zerbrach schließlich.
1592 starb Johann Casimir und wurde in der Heiliggeistkirche in Heidelberg beigesetzt. (Fälschlicherweise wird Johann Casimir als „Jäger aus Kurpfalz" identifiziert. Das Lied vom Jäger aus Kurpfalz war im 16. Jh. unbekannt. Es ist erst im 18. Jh. nachweisbar.)
Text: Paul Richter
Die Cortenstahlskulptur des Johann Casimir wurde im Rahmen des Jubiläumsjahres 2020 von dem Nachhaltigkeitsverein Friedelsheim gespendet. Die Idee und Gestaltung dazu hatte Norbert Müller, die Schweißarbeit führte Mathias Nikolaus aus und die Aufstellung besorgten Tobias Stapf (Spende Fa. Robert Stapf) und Roland Birmele (Spende Fa. Birmele)

Einweihung Skulptur

Am 19.01. wurde die Johann Casimir-Skulptur von Herrn Dr. Norbert Müller im Beisein von zahlreichen interessierten Gästen an die Ortsgemeinde übergeben. Die Skulptur bildet das Ende des Johann-Casimir-Rundwegs.

Dokumentation der Arbeiten:

Dr. Norbert Müller
Matthias Nikolaus
Tobias Stapf
Roland Birmele
fertiger Stein